Bioidentische Hormone in den Wechseljahren (BHRT)

Frau in den Wechseljahren vor einem Sonnenuntergang

Sind die Wechseljahrsbeschwerden „normal“ für alle Frauen? Sind sie anders gesagt dazu prädestiniert? Das kollektive Bewusstsein sagt: Ja!

Viele glauben, dass Frauen unweigerlich Jahre mit Hitzewallungen, Reizbarkeit, Gelenkschmerzen, Schlafstörungen und Depressionen durchmachen müssen. Dann beginnen die Haare auszufallen, die Haut wird trocken und faltig, die Lust auf Sex und gesellschaftliche Veranstaltungen schwindet. Am besten, so scheint es, sollte man resignieren und sich auf die Enkelkinder konzentrieren. Und das wäre noch das beste Szenario, vorausgesetzt, es treten keine schweren Krankheiten wie Rheuma, Krebs oder ein Herzinfarkt auf.

Ich, Dr. Wilden, sage: Nein!

Wechseljahre sind ein normaler Teil des Lebens, aber das Leiden ist es nicht!

Eine bioidentische Hormontherapie kann für Frauen mit mittleren bis starken Wechseljahrsbeschwerden eine wirksame Linderung bieten. Besonders gute Ergebnisse werden erzielt, wenn die Behandlung innerhalb von zehn Jahren nach der letzten Menstruation und vor dem 60. Lebensjahr begonnen wird. Ob diese Therapie für Sie geeignet ist, klären wir in einer individuellen Beratung, in der wir auch den genauen Ablauf und Aspekte der Sicherheit besprechen.

Diagnose & Formen der Wechseljahre

Lassen Sie uns einen Überblick über die verschiedenen Formen der Wechseljahre geben. Aus meiner Praxisperspektive begleiten ärztliche Anamnese und Laborwerte die Einordnung in die drei zentralen Ausprägungen:

  • Erste Ausprägung
  • Zweite Ausprägung
  • Dritte Ausprägung

1. Wechseljahre mit isolierten Manifestationen einer hormonellen Insuffizienz.

Dies ist die häufigste Kategorie von Frauen, die meine Beratung suchen und eine bioidentische Hormontherapie nach Rimkus wünschen.

Wenn beispielsweise der Östrogenspiegel unter einen bestimmten Wert sinkt, können folgende Symptome auftreten:

  • Hitzewallungen
  • Weinerlichkeit
  • Nervosität
  • Ungeduld
  • Veränderte Körperform mit Bauchfett und Cellulite
  • Probleme im Genitalbereich wie trockene Schleimhäute und Blasenentzündungen
  • Libidoverlust (Link: /wiki/bioidentische-hormontherapie-bei-libidoverlust)
  • Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen

Ein Mangel an Progesteron kann verursachen:

  • Stress
  • stärkere Blutungen
  • innere Unruhe
  • Schlafstörungen (Link: /wiki/bioidentische-hormontherapie-bei-schlafstoerungen)
  • Nervosität
  • Aggressionen
  • Depressionen
  • Panikattacken

Ein Mangel an Testosteron und Östrogen kann einen Rückgang des sexuellen Verlangens hervorrufen.

Vergleich einer Cellulite

Vergleich einer Cellulite zu einer Person, die nicht von einer Cellulite betroffen ist.

Diagnose:

Die Behandlung mit bioidentischen Hormonen basiert auf Laborwerten und der klinischen Beurteilung; regelmäßiges Monitoring ist erforderlich. Die Symptome in dieser Kategorie verschwinden bei mindestens 70–80 % der Fälle, und die Frauen sind zufrieden. Wenn sie die vorgeschriebenen bioidentischen Hormontherapien diszipliniert befolgen, können sie von positiven Effekten profitieren, die oft als Anti-Aging beschrieben werden. So kann die Therapie zur Primärprävention von Osteoporose beitragen. Kardiovaskuläre Effekte sind vom Zeitpunkt des Therapiebeginns, der Anwendungsform und individuellen Faktoren abhängig.

Leider reduzieren viele Frauen nach dem Verschwinden der Symptome ihre Dosis selbstständig und nehmen immer weniger bioidentische Hormone ein, bis sie sie ganz vergessen. Je nach individuellem genetischen und epigenetischen Profil (Lebensgewohnheiten: Ernährung, Bewegung, Lebensstil) kehren die Symptome zurück oder es treten gänzlich neue auf, die anscheinend nichts mit Hormonen zu tun haben. Dann werden sie Patienten von Rheumatologen, Kardiologen, Orthopäden und Chirurgen. So werden sie direkt zu Patientinnen aus der Kategorie 3 dieser Liste.

2. Wechseljahre mit leichter Manifestation

Es gibt Frauen, die dazu neigen, körperliche Manifestationen primär durch psychischen Stress zu erklären. Da psychosoziale Faktoren die Beschwerden beeinflussen können, ist die Entscheidung für eine Therapie mit bioidentischen Hormonen individuell. Dennoch sind diese Frauen offen für unterstützende Lifestyle-Anpassungen wie Ernährungsumstellung, Bewegung und Schlafhygiene.

Diagnose:

Diese Gruppe ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen (New Age) und repräsentiert Frauen, die dazu neigen, alle körperlichen Manifestationen durch psychischen Stress und energetische Probleme zu erklären. Es ist sehr schwierig, sie davon zu überzeugen, mit bioidentischen Hormonen zu ergänzen. Aber diese Frauen sind sehr offen für Aspekte der Ernährungsumstellung, der Ausscheidung von Toxinen und Bewegung.

Für diese Kategorie habe ich keine konkrete eigene Statistik, außer die Salben mit bioidentischen Hormonen, die inkomplett wirken.

  • Wussten Sie schon? Dr. Isabella Wilden gehört zu den Top 7 Ärzten im bundesweiten Jameda-Ranking. Mehr Infos zur Auszeichnung finden Sie hier.
Lachende Frau in den Wechseljahren vor einer Berglandschaft

3. Besondere Aspekte bei der bioidentischen Hormontherapie

Symptome, die offensichtlich nicht mit Hormonen zusammenhängen:

  • Bluthochdruck
  • Autoimmunerkrankungen
  • Fibromyalgie
  • chronische Schmerzen

Therapien mit bioidentischen Hormonen erfolgen nach diesen Erscheinungsformen, begleitender Medikation und der Individualität des Falles. Die Dosierung erfolgt stets individuell und basiert auf Blutwerten und Verlaufskontrollen.

Diagnose:

Zu dieser Gruppe zähle ich drei Kategorien an Frauen/Patientinnen:

Kategorie #1: Frauen mit individueller Steroidmetabolisierung

Diese Frauen haben eine spezielle genetisch bedingte Hormonsensibilität, die fälschlicherweise als »Hormonunverträglichkeit« eingestuft wird. Sogar bioidentische Hormone können Unverträglichkeitsreaktionen auslösen. Ihre individuelle Pharmakokinetik führt dazu, dass Hormone und deren Metaboliten sich im Körper kumulieren.

Diese Unverträglichkeit erscheint relativ schnell, deswegen besteht nicht die Gefahr, dass sie gefährlich überdosiert werden: Pickel, schlechte Haut, Blähungen, Schwindel, Schlafprobleme. Deswegen werden viele Algorithmen probiert. Generell werden nur winzigen Mengen bioidentische Hormone benutzt, ohne die gewünschten Ereignisse zu erreichen. In der Anamnese dieser Frauen werden wir feststellen, dass die hormonellen Krisen des Lebens (Pubertät, Schwangerschaft, monatlichen Zyklen) auch problematisch waren, auch die Pille zu nehmen war nicht geeignet.

Kategorie #2: Frauen mit Vorbelastung

Bei diesen Frauen beeinflussen Faktoren wie Übergewicht, viszerales Fett und die Exposition gegenüber endokrinen Disruptoren (Xeno-Östrogene) den Hormonhaushalt. Quellen hierfür sind z. B. Pestizide sowie Stoffe aus Plastikflaschen und Plastik-Packungen. Daher reagieren diese Frauen auch häufig negativ auf bioidentische Hormontherapien. Die angewendete Dosis der bioidentischen Hormone ist oft niedriger und Frauen aus dieser Kategorie benötigen, häufig ein T3 Präparat, um den Stoffwechsel anzukurbeln.

Kategorie #3: Frauen, die das Zeitfenster für die Hormonersatztherapie überschritten haben (Timing-Hypothese)

Obwohl diese Frauen die frühe Menopause symptomlos durchlebt haben, besteht ein erhöhtes Risiko für chronische Alterungsprozesse. Damit sind alle chronisch bekannten Krankheiten gemeint. Die bioidentische Hormontherapie hilft nur im Sinne einer Besserung oder Stabilisierung der Erkrankung und nicht im Sinne einer Heilung. Viele kommen leider erst, wenn die Medikamente der Schulmedizin nicht die gewünschte Wirkung zeigen oder sie feststellen, dass sie dadurch keine Rückbildung ihres Gesundheitszustandes bekommen.

Dies basiert auf meiner persönlichen Arbeitserfahrung als Experte für bioidentische Hormontherapien.

Eine Frau mit Schmerz in der Brust

Was ist die bioidentische Hormontherapie (BHRT)?

Stellen Sie sich eine Therapie vor, die Ihrem Körper genau das zurückgibt, was ihm fehlt und somit den Alterungsprozess verlangsamt. Dies wird möglich durch die Anwendung von bioidentischen Hormonen bei der Behandlung der Wechseljahre, Menopause und Andropause. Ihre Knochen erhalten Schutz vor Osteoporose, Ihre Gefäße vor Arteriosklerose, Ihr Gehirn vor Degeneration, Ihre Geschlechtsorgane vor Atrophie. Dazu kommt eine gesteigerte Libido und viele weitere gesundheitliche Vorteile, die sich aus der korrekten Anwendung dieser Therapie ergeben, wobei die Effekte individuell sind und von Faktoren wie dem Startzeitpunkt abhängen.

Um die richtige Dosierung zu finden und Risiken zu vermeiden, sind Laboranalysen zu Beginn der Therapie unerlässlich; die laborgestützte Steuerung basiert dabei bevorzugt auf Blutwerten, während Speicheltests kritisch zu bewerten sind. Es ist wichtig zu verstehen, dass die bioidentische Hormontherapie von der klassischen Hormonersatztherapie oder der Pille zu unterscheiden ist.

Faktoren für die Dosisfindung und Therapieplanung

Die individuelle Dosierung berücksichtigt verschiedene Faktoren:

  • Alter
  • Symptome
  • Die Fähigkeit des Körpers Hormone zu metabolisieren
  • Nebenerkrankungen
  • Medikamente

Welche Methoden mit bioidentischen Hormonen gibt es bei Wechseljahren und Andropause?

Es gibt verschiedene Methoden zur Anwendung von bioidentischen Hormonen in den Wechseljahren und bei Andropause. Als Standardoptionen gelten transdermales Estradiol und oral oder vaginal angewendetes mikronisiertes Progesteron. Bei genitourinären Symptomen ist eine lokale Vaginaltherapie eine wichtige Ergänzung. Einige setzen auf Cremes oder Salben; die Dosierung sollte sich jedoch primär an Blutwerten und der Klinik orientieren, während eine Steuerung auf der Grundlage von Speicheltests kritisch gesehen wird.

Die Verschreibung von bioidentischen Hormonen selbst ist Ärzten vorbehalten. Daher ist eine Zusammenarbeit mit einem Arzt notwendig, wenn Therapeuten oder Heilpraktiker eine solche Therapie anbieten möchten.

Eine Variante ist die Rimkus-Methode, die orale Kapseln mit Östradiol und mikronisiertem Progesteron verwendet, was dem wichtigen Endometriumschutz dient. Hier bestimmen die Hormonspiegel im Blut die genaue Dosierung. Es gibt festgelegte Protokolle für Wechseljahre, Andropause oder andere hormonelle Störungen. Die Dosierungen variieren je nach den gewünschten Ergebnissen und den erreichten Blutwerten. Zusätzlich gibt es erweiterte Versionen, die durch therapeutische Testosteron- oder Östriol-Gele ergänzt werden.

Welche Verbesserungen sind realistisch – und wann?

Sie fragen sich sicher, wie schnell Sie mit einer Besserung Ihrer Symptome durch bioidentische Hormone rechnen können. Die gute Nachricht ist, dass sich typische Beschwerden wie Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen oft schon innerhalb weniger Wochen spürbar lindern lassen. Die Wirkung auf den Schlaf und die allgemeine Stimmung benötigt meist etwas mehr Zeit; hier sehen viele Patient*innen deutliche Verbesserungen nach etwa ein bis drei Monaten.

Langfristige positive Effekte, zum Beispiel auf die Libido, die Hautbeschaffenheit oder die kognitive Funktion, entwickeln sich oft über einen längeren Zeitraum. Bitte bedenken Sie, dass der genaue Zeitverlauf sehr individuell ist. Er hängt von Ihrer persönlichen gesundheitlichen Verfassung, möglichen Begleiterkrankungen und auch von der gewählten Anwendungsform der Hormone ab, sei es als Creme, Gel oder Kapsel.

Geduld ist daher ein wichtiger Faktor auf Ihrem Weg zu mehr Wohlbefinden. Weitere Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie in unserer Q&A-Section.

2 Beine einer Frau, liegend auf einer Hängematte

Sicherheit, Risiken und wann Sie vorsichtig sein sollten

Obwohl bioidentische Hormone eine wirksame Hilfe bei Wechseljahresbeschwerden sein können, ist eine sorgfältige Abwägung von Nutzen und Risiken unerlässlich. Jede Hormontherapie ist eine individuelle Entscheidung, die Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt treffen sollten, basierend auf Ihrer persönlichen Gesundheitssituation und Ihren Bedürfnissen.

Thromboserisiko: Der Unterschied liegt in der Anwendung

Ein häufig diskutiertes Risiko ist die Entstehung von Blutgerinnseln (Thrombosen). Hier ist die Form der Anwendung entscheidend: Während oral eingenommenes Östrogen das Thromboserisiko leicht erhöhen kann, zeigen Studien, dass die transdermale Anwendung (über die Haut mittels Gel oder Pflaster) dieses Risiko nicht signifikant steigert. Dies liegt daran, dass der Wirkstoff direkt ins Blut gelangt und nicht erst die Leber passieren muss. Eine umfassende Übersichtsarbeit dazu finden Sie beispielsweise im British Medical Journal (BMJ) [3].

Schutz der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium)

Wenn Sie Ihre Gebärmutter noch haben, ist es zwingend erforderlich, eine Östrogenbehandlung mit einem Gestagen (z.B. bioidentischem Progesteron) zu kombinieren. Östrogen allein würde die Gebärmutterschleimhaut zum Wachstum anregen, was das Risiko für eine Krebserkrankung erhöhen würde. Das Gestagen schützt die Schleimhaut und ist daher ein unverzichtbarer Bestandteil der Therapie für Patient*innen mit Uterus.

Wann ist eine Hormontherapie nicht geeignet? (Kontraindikationen)

Es gibt bestimmte Situationen und Vorerkrankungen, bei denen eine Hormonersatztherapie generell nicht empfohlen wird. Dazu gehören unter anderem:

  • Aktive oder kürzlich durchgemachte hormonabhängige Krebserkrankungen wie Brust- oder Gebärmutterkrebs.
  • Ungeklärte Blutungen aus der Scheide, die noch nicht ärztlich untersucht wurden.
  • Bestehende oder in der Vergangenheit aufgetretene schwere thromboembolische Ereignisse (z.B. tiefe Venenthrombose, Lungenembolie).
  • Schwere, aktive Lebererkrankungen.

Therapiebeispiel aus der Praxis

Stellen Sie sich eine 48-jährige Patientin vor, die mit klassischen Wechseljahresbeschwerden wie starken Hitzewallungen, Schlafstörungen und spürbarem Energieverlust in die Praxis kommt. Ihr Alltag und ihre Lebensqualität sind dadurch stark beeinträchtigt.

Nach einer sorgfältigen Anamnese und Diagnostik, die ein hormonelles Ungleichgewicht bestätigte, wurde gemeinsam die Entscheidung für eine Therapie mit bioidentischen Hormonen getroffen. Der individuelle Behandlungsplan basierte auf den Ergebnissen des Hormonstatus, wie es in unserem Ablauf & Diagnostik beschrieben ist.

Ein erstes Monitoring nach 8 bis 12 Wochen zeigte eine deutliche Linderung der Hitzewallungen. Die Schlafqualität hatte sich zwar verbessert, war aber noch nicht optimal. Daraufhin wurde die Dosierung eines der bioidentischen Hormone in enger Absprache leicht angepasst, um den Schlaf gezielter zu unterstützen.

Nach weiteren drei bis sechs Monaten berichtete die Patientin von einer signifikanten Verbesserung ihres Wohlbefindens. Die Hitzewallungen waren kaum noch vorhanden, der Schlaf war wieder erholsam und die Energie für den Alltag zurückgekehrt. Bitte bedenken Sie: Dieses Beispiel illustriert einen möglichen positiven Verlauf. Jede Therapie ist individuell und die Ergebnisse können variieren. Ein Behandlungserfolg kann nicht garantiert werden.

Quellenangaben

  1. Wechseljahre, ein behandelbares Schicksal [1]
  2. Eine stille Revolution, die Kraft der Bioidentischen Hormone [2]
  3. British Medical Journal zum Thema Thromboserisiko [3]
Isabella Wilden Portrait von 2023
Über die Autorin

Isabella Wilden

Dr. Isabella Wilden ist eine engagierte Medizinerin, die nach persönlichen Gesundheitsherausforderungen zur Expertin für bioidentische Hormone wurde. Mit dem Ziel, andere zu inspirieren, teilt sie ihre Reise von chronischen Krankheiten zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit und bietet heute ihre Fachkenntnisse an, um anderen Frauen zu helfen, die mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind.

Häufig gestellte Fragen & Antworten

Wann fange die Wechseljahre an?

Die Perimenopause beginnt häufig Jahre vor der letzten Regelblutung, mitunter schon zehn Jahre bevor die Blutungen verschwinden, wobei die Spannbreite individuell ist. Mehr zu Eignung und Ablauf.

Welche Hormone fehlen in den Wechseljahren?

Grundsätzlich gibt es zwei Hormone, die in den Wechseljahren zurückfallen: Östrogen und Progesteron. Meistens fällt Progesteron jedoch früher und stärker ab als Östrogen, meist schon 10 Jahren vor der Menopause. Dies ist klinisch relevant für das Symptomprofil, den Endometriumschutz und die Wahl der Progesteron-Applikationswege.

Welche Symptome verbessern sich am schnellsten?

Mit bioidentischen Hormonen nach Rimkus verbessern sich am schnellsten Hitzewallungen, oft innerhalb weniger Wochen. Stimmungsschwankungen, Nervosität und Schlafstörungen benötigen meist 1–3 Monate. Es gibt individuelle Unterschiede. Siehe: Welche Verbesserungen sind realistisch & wann?

Sind bioidentische Hormone sicher?

Unter ärztlicher Aufsicht gilt die BHRT als sicher, birgt jedoch wie jede Hormontherapie individuelle Risiken, die sorgfältig abgewogen werden müssen. Die Bezeichnung „bioidentisch“ bedeutet nicht automatisch risikofrei, sondern dass die Molekülstruktur der Hormone identisch mit der körpereigenen ist.

  • Individuelle Risikobewertung: Ihre persönliche und familiäre Krankengeschichte (z. B. Thrombose, Brustkrebs) ist entscheidend für die Sicherheit der Therapie.
  • Kein Freifahrtschein: Studien deuten darauf hin, dass die Risiken für bestimmte Erkrankungen (z. B. Thrombosen bei oraler Einnahme) mit denen der konventionellen Hormontherapie vergleichbar sein können.
  • Ärztliche Begleitung: Eine regelmäßige Überwachung durch spezialisierte Ärzt*innen ist unerlässlich, um die Therapie optimal und sicher zu gestalten.

Wie schnell wirken bioidentische Hormone gegen Hitzewallungen?

Viele Patientinnen spüren eine erste Linderung von Symptomen wie Hitzewallungen bereits innerhalb weniger Wochen nach Therapiebeginn. Es kann jedoch einige Zeit dauern, bis die volle Wirkung eintritt und die optimale Dosierung für Sie gefunden ist.

  • Erste Besserung: Oftmals tritt eine spürbare Verbesserung der Hitzewallungen und Schlafstörungen nach zwei bis vier Wochen ein.
  • Optimale Einstellung: Bis die Hormonspiegel stabil sind und die Dosierung perfekt passt, können bis zu drei Monate vergehen.
  • Kontinuität ist wichtig: Für eine gleichbleibende Wirkung ist die regelmäßige und korrekte Anwendung (z. B. tägliches Auftragen des Gels) entscheidend. Der genaue Ablauf der Behandlung wird individuell angepasst.

Ist die Anwendung über die Haut (transdermal) besser als die Einnahme von Tabletten (oral)?

Die transdermale Anwendung über die Haut wird oft bevorzugt, da sie die Leber umgeht und dadurch bestimmte Risiken, wie das Thromboserisiko, reduzieren kann. Die Wahl der besten Anwendungsform hängt jedoch von Ihren individuellen gesundheitlichen Voraussetzungen ab.

  • Transdermal (Gel, Pflaster): Die Hormone gelangen direkt ins Blut. Dieser Weg vermeidet den „First-Pass-Effekt“ in der Leber und gilt als schonender für den Gerinnungsstoffwechsel.
  • Oral (Tabletten): Die Hormone werden in der Leber verstoffwechselt, was die Produktion von Gerinnungsfaktoren erhöhen kann.
  • Ihre Gesundheit entscheidet: Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird basierend auf Ihrem Risikoprofil die für Sie sicherste und wirksamste Methode empfehlen.

Warum ist Progesteron wichtig, wenn ich meine Gebärmutter noch habe?

Wenn Sie Ihre Gebärmutter noch haben, ist die zusätzliche Gabe von Progesteron zum Östrogen zwingend erforderlich. Östrogen allein würde die Gebärmutterschleimhaut unkontrolliert wachsen lassen, was das Risiko für eine Krebserkrankung deutlich erhöht.

  • Schutz der Gebärmutterschleimhaut: Progesteron wirkt dem wachstumsfördernden Effekt von Östrogen auf das Endometrium (Gebärmutterschleimhaut) entgegen.
  • Prävention von Krebsvorstufen: Es verhindert eine übermäßige Verdickung der Schleimhaut (Endometriumhyperplasie), eine bekannte Vorstufe von Gebärmutterkrebs.
  • Ausnahme: Patient*innen nach einer Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) benötigen in der Regel kein Progesteron und können eine reine Östrogentherapie erhalten.

Wie lange sollte ich eine bioidentische Hormontherapie anwenden?

Die Dauer der Hormontherapie ist sehr individuell und wird gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt festgelegt. Die moderne Empfehlung lautet: so lange wie nötig und in der niedrigsten wirksamen Dosis, um die Lebensqualität zu erhalten.

  • Keine feste Zeitgrenze: Frühere starre Regeln zur maximalen Einnahmedauer sind heute überholt.
  • Regelmäßige Überprüfung: Mindestens einmal jährlich sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin den Nutzen und die Risiken neu bewerten und entscheiden, ob die Therapie fortgesetzt wird.
  • Individueller Bedarf: Solange der Nutzen die potenziellen Risiken überwiegt und Sie sich damit wohlfühlen, kann die Therapie fortgeführt werden. Die Eignung für eine Langzeittherapie wird individuell geprüft.

Werden die Kosten für eine BHRT von den Krankenkassen in Deutschland übernommen?

Die Kostenübernahme hängt von der Art des Präparats ab. Während zugelassene Fertigarzneimittel mit bioidentischen Hormonen in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden, müssen individuell hergestellte Rezepturen meist selbst bezahlt werden.

  • Kassenleistung: Standardisierte, verschreibungspflichtige Fertigpräparate (z.B. 17-beta-Estradiol-Gel, mikronisiertes Progesteron in Kapselform) sind normalerweise Kassenleistungen.
  • Selbstzahlerleistung: Individuell in der Apotheke angefertigte Rezepturen, die oft auf Basis von Speicheltests verordnet werden, sind in der Regel keine Kassenleistung.
  • Private Krankenversicherung: Die Regelungen variieren je nach Tarif. Eine vorherige Anfrage zur Kostenübernahme ist empfehlenswert.

Ist ein Speicheltest oder ein Bluttest besser zur Bestimmung der Hormonwerte?

Für die Diagnose und Steuerung einer Hormontherapie in den Wechseljahren ist der Bluttest der medizinisch anerkannte Standard. Die wissenschaftliche Aussagekraft von Speicheltests zur Therapieüberwachung ist umstritten und wird von medizinischen Fachgesellschaften nicht empfohlen.

  • Bluttest (Serum): Er misst die Gesamtkonzentration der Hormone im Blut und liefert verlässliche, standardisierte Werte, die für die ärztliche Beurteilung etabliert sind.
  • Speicheltest: Misst nur die sogenannten „freien“, ungebundenen Hormone. Es fehlt an wissenschaftlicher Evidenz und standardisierten Referenzwerten, um eine Therapie sicher danach zu steuern.
  • Symptome im Fokus: Die wichtigste Richtlinie für die Dosisanpassung ist Ihr Wohlbefinden und die Linderung Ihrer Symptome, nicht allein ein Laborwert. Der Ablauf der Therapie orientiert sich primär an der Klinik.

Rechtlicher Hinweis

Bitte beachten Sie, dass die Informationen in diesem Beitrag ausschließlich zu Informationszwecken dienen und eine persönliche ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung nicht ersetzen können. Eine Therapie mit bioidentischen Hormonen muss individuell auf Sie abgestimmt sein und erfordert eine sorgfältige Abklärung und kontinuierliche Begleitung durch qualifizierte Ärztinnen. Nur so können für alle Patientinnen die richtige Dosierung sichergestellt, der Therapieverlauf überwacht und mögliche Kontraindikationen (gesundheitliche Gründe, die gegen eine Behandlung sprechen) ausgeschlossen werden.