Hormonersatz-Therapie mit bioidentischen Hormonen
Bioidentische Hormonersatztherapie ist die Behandlung von Hormon-assoziierten Beschwerden (z. B. in den Wechseljahren) mit Hormonen, deren Molekularstruktur die gleiche ist wie der körpereigenen Hormone. Die Behandlung kommt zum Einsatz bei Symptomen in den Wechseljahren, aber auch bei der Gewichtsabnahme, der Libido oder als unterstützende Anti-Aging-Behandlung. Dabei hat sich die Bewertung der Therapie in den letzten Jahren stark gewandelt.
Was ist eine Hormonersatztherapie? Einsatzgebiete und Vorteile einer Behandlung
Insgesamt ist die bioidentische Hormonersatztherapie eine umfassende Behandlung zur Verbesserung Ihrer Gesundheit und Lebensqualität auf vielfältige Weise. Es ist nicht nur eine Behandlung, sondern eine Investition in Ihr Wohlbefinden und in eine lebenslange Gesundheit.
Mit der Hormontherapie wollen wir folgende Ziele erreichen:
- Verbesserung Ihrer Beschwerden
- Verbesserung des Stoffwechsels
- Erleichterung u. a. der Gewichtsabnahme
- Verbesserung des Herz-Kreislauf-Systems
- Anti-Aging Effekt
- Verbesserung der Libido und Potenz
- Verbesserung des Immunsystems
- Verbesserung des Knochensystems
- Verbesserung der Schleimhäute im Körper
- Verbesserung der Muskulatur und Kondition

Hormonersatztherapie in den Wechseljahren
Die Hormonersatztherapie wird besonders häufig zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden eingesetzt, die durch den natürlichen Rückgang der körpereigenen Hormone entstehen. In den Wechseljahren sinkt vor allem der Östrogenspiegel, was bei vielen Frauen zu sogenannten vasomotorischen Symptomen wie Hitzewallungen und nächtlichem Schwitzen führt. Diese Beschwerden können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben.
Die Hormonersatztherapie setzt genau hier an, indem sie den Hormonmangel gezielt ausgleicht und damit die Intensität und Häufigkeit dieser Symptome reduziert. In der medizinischen Praxis gilt sie als die wirksamste Behandlungsmöglichkeit zur Linderung vasomotorischer Beschwerden in den Wechseljahren. Die Therapie wird individuell angepasst und orientiert sich an den jeweiligen Symptomen sowie an der persönlichen gesundheitlichen Situation.
Bioidentische Hormone in der Perimenopause
Der Einsatz der Hormonersatztherapie unterscheidet sich je nachdem, ob sie in der Perimenopause oder erst in der Postmenopause beginnt. Die Perimenopause ist die Übergangsphase vor der letzten Regelblutung, in der der Zyklus meist noch vorhanden ist, jedoch zunehmend unregelmäßig verläuft. In dieser Zeit schwanken die Hormonspiegel deutlich, was zu frühen Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Zyklusveränderungen oder Stimmungsschwankungen führen kann. Eine Hormonersatztherapie in der Perimenopause verfolgt daher das Ziel, diese hormonellen Schwankungen abzufedern und die Symptome zu stabilisieren, ohne den natürlichen Zyklus vollständig zu unterdrücken.
In der Postmenopause, also nach dem endgültigen Ausbleiben der Menstruation, liegt dagegen ein anhaltender Hormonmangel vor. Hier wird die Hormonersatztherapie anders ausgerichtet, da es weniger um Schwankungen, sondern um den dauerhaften Ausgleich fehlender Hormone geht. Der Zeitpunkt des Therapiebeginns spielt dabei eine wichtige Rolle, da Nutzen und individuelle Verträglichkeit je nach Lebensphase unterschiedlich bewertet werden.
Hormonersatztherapie beim Mann
Auch bei Männern kann eine Hormonersatztherapie in bestimmten Fällen medizinisch sinnvoll sein. Gemeint ist hier in der Regel eine Testosteronsubstitution, die bei einem nachgewiesenen Testosteronmangel eingesetzt wird. Ein solcher Mangel kann unter anderem mit Symptomen wie Antriebslosigkeit, Libidoverlust, Muskelabbau oder verminderter Knochendichte einhergehen. Voraussetzung für eine Behandlung ist immer eine eindeutige Diagnose anhand von Beschwerden und Laborwerten.
Im Unterschied zur Hormonersatztherapie bei Frauen handelt es sich dabei nicht um eine altersbedingte Standardtherapie, sondern um eine gezielte Behandlung bei klarer Indikation. Die hormonellen Veränderungen des männlichen Körpers verlaufen deutlich anders als die hormonellen Umstellungen in den Wechseljahren der Frau. Entsprechend unterscheiden sich auch Zielsetzung, Dosierung und Bewertung von Nutzen und Risiken.
Für wen eignet sich eine Therapie mit bioidentischen Hormonen?
Bioidentische Hormone eignen sich für jede Manifestation eines Hormonmangels, da es sich nicht um eine medikamentöse Therapie handelt. Ziel ist es nicht einige Blutwerte & Parameter zu verändern, sondern den Körper dabei zu unterstützen, eine Ergänzung zu erhalten, von den Hormonen, die im eigenen Körper nicht mehr ausreichend produziert werden.
Aus Erfahrung ist der Effekt bei Frauen in den Wechseljahren und Männern in der Andropause stärker. Allerdings können bioidentische Hormone auch außerhalb der Menopause oder Andropause verabreicht werden.
- Prämenstruellem Syndrom (PMS)
- unregelmäßigen Menstruationszyklen (z. B. zu kurz oder zu lang)
- zu starken Menstruationsblutungen
- Eisenmangel bedingt durch übermäßigen Menstruationsblutverlust
- Ausbleiben der Menstruation
- körperlicher oder geistiger Erschöpfung
- Unterstützung des Bewegungsapparates bei vorzeitiger Osteoporose oder Sarkopenie
- Depressionen und psychische Erkrankungen
Wichtig: Voraussetzung für die Gabe von bioidentischen Hormonen ist stets der Nachweis eines Hormonmangels durch eine objektive Labormethode (Blut, Urin, Speichel). Auch bei einer Videosprechstunde arbeiten wir mit Ärzten oder Anbietern in Ihrer Region zusammen.

Besonderheiten der Rimkus Methode®
- Therapie mit unveränderten, bioidentischen Hormonen
- Individuelle Dosierung mit Hormonen hergestellt aus zertifizierten Apotheken / zertifizierter Rezeptur
- Labordiagnostische Begleitung in regelmäßigen Abständen
- Die Sicherheit ist gegeben, wenn unveränderte, bioidentische Hormone nach labordiagnostischer
Kontraindikationen der Hormontherapie
- Zeitgleiche Therapie mit allen synthetischen Hormonen (z. B. Antibabypille oder synthetische Hormone / Cortison Präparate)
- Zeitgleiche Therapie mit Antidepressiva oder anderen Psychopharmaka
- Polmedikation (individuelle Besprechung)
- Rezidivierende Thrombosen oder genetische Gerinnungsstörungen
- Chronisch konstituierte Krankheiten bei älteren Menschen
Hormonersatztherapie: Gibt es Allergien oder Unverträglichkeiten?
Die Verträglichkeit einer Hormonersatztherapie hängt stark davon ab, wie eine Frau hormonelle Veränderungen im Laufe ihres Lebens vertragen hat, etwa in Pubertät, Schwangerschaft, während der Monatsblutung, unter der Antibabypille sowie in Prämenopause und Menopause. Die individuelle Reaktion auf körpereigene Hormone gibt häufig Hinweise auf die spätere Verträglichkeit einer Supplementierung.
Frauen, die bereits seit der Pubertät ausgeprägte Beschwerden hatten, haben ein erhöhtes Risiko für Unverträglichkeiten. Dazu zählen unter anderem:
- stark unregelmäßige oder sehr belastende Menstruationszyklen
- ausgeprägtes oder dauerhaftes PMS
- problematische Schwangerschaften
- toxische Menopause oder toxische Schwangerschaft
In der Praxis zeigen über 80 Prozent der Frauen keine Nebenwirkungen, sofern keine Überdosierung vorliegt. Etwa 20 Prozent reagieren sensibler. Die Ursachen sind meist genetisch bedingt oder betreffen eine Überreaktion auf einzelne Hormongruppen wie Östrogen, Progesteron oder Testosteron. Diese Reaktionen werden häufig als Allergien oder Intoleranzen bezeichnet, ohne klassische allergische Mechanismen. Auch eine hohe Belastung durch Endotoxine oder Medikamente kann die Verträglichkeit beeinflussen.
Wie auf Unverträglichkeiten reagieren?
In diesen Fällen gehe ich von vornherein einen Kompromiss ein und wende nicht die klassische Rimkus-Methode an. Stattdessen passe ich sie der Reaktion der Frau an, beginne mit kleineren Dosen und verfolge manchmal und jeden Monat bestimmte hormonelle Parameter im Blut genau. Diese Frauen erreichen normalerweise keine normalen Dosen an bioidentischen Hormonen und werden daher, auch wenn ich sie nicht empfehle, mit einer niedrigeren Dosis aufhören oder die Therapie aufgeben.
Idealerweise sollten wir in solchen Fällen die genetische Karte der Person oder zumindest einige Laboranalysen durchführen lassen, die Enzyme messen, die den Stoffwechsel von Hormonen determinieren. Auf diese Weise wissen wir von Anfang an, was vollständig verstoffwechselt wird und was übrigbleibt, ohne endlos verschiedene Dosen und Formen von bioidentischen Hormonen zu testen. Das ist der Fall bei PCOS oder Endometriose, toxischer Menopause oder toxischer Schwangerschaft.

Bioidentische und pflanzliche Alternativen
Im Zusammenhang mit der Hormonersatztherapie besteht bei vielen Betroffenen der Wunsch nach möglichst natürlichen Behandlungsformen. Dabei werden die Begriffe bioidentisch und pflanzlich häufig gleichgesetzt, obwohl sie medizinisch unterschiedliche Konzepte beschreiben. Eine klare Abgrenzung ist wichtig, um Wirkung, Einsatzmöglichkeiten und Erwartungen realistisch einzuordnen.
Bioidentische Hormone sind Hormone, deren chemische Struktur identisch mit den körpereigenen Hormonen ist. Sie werden in der Regel aus pflanzlichen Ausgangsstoffen gewonnen, jedoch im Labor so verarbeitet, dass sie im Körper wie die natürlichen Hormone wirken. Der Begriff bioidentisch bezieht sich dabei ausschließlich auf die Struktur der Hormone und nicht auf deren Herstellungsprozess oder eine vermeintlich naturbelassene Form. Entscheidend für die Verträglichkeit und Wirksamkeit ist die individuelle Dosierung und ärztliche Begleitung, nicht die Bezeichnung als bioidentisch oder synthetisch.

Pflanzliche Alternativen zur Hormonersatztherapie basieren dagegen auf sogenannten Phytoöstrogenen. Dabei handelt es sich um pflanzliche Inhaltsstoffe, etwa aus Soja oder Rotklee, die im Körper eine hormonähnliche Wirkung entfalten können. Diese Stoffe sind jedoch keine Hormone und gleichen einen ausgeprägten Hormonmangel nicht aus. Sie können bei leichten Beschwerden unterstützend eingesetzt werden, stellen jedoch keine gleichwertige Alternative zur medizinischen Hormonersatztherapie dar.
Wie lange geht eine Hormonersatztherapie?
Wie lange eine Hormonersatztherapie durchgeführt wird, lässt sich nicht pauschal festlegen. Die Dauer richtet sich nach den individuellen Beschwerden, dem hormonellen Status und dem persönlichen Gesundheitsrisiko. Neben der Symptomlinderung spielt auch die Knochengesundheit eine wichtige Rolle bei der Entscheidung. Aktuelle Auswertungen aus dem Jahr 2025 zeigen, dass der schützende Effekt der Hormonersatztherapie auf die Knochen nach dem Absetzen nicht sofort bestehen bleibt. In den ersten Jahren nach Therapieende kann das Frakturrisiko vorübergehend ansteigen, insbesondere bei Frauen mit erhöhtem Risiko für Osteoporose. Diese Erkenntnisse sprechen dafür, die Therapie nicht allein zeitlich zu begrenzen, sondern regelmäßig individuell zu überprüfen und anzupassen.
Hormonersatztherapie beenden: Ablauf und wichtige Aspekte
Das Ende einer Hormonersatztherapie sollte gut geplant sein, da sich der Körper erneut an veränderte Hormonspiegel anpassen muss. Viele Betroffene berichten, dass Beschwerden nach dem Absetzen wieder auftreten können. In der Praxis wird daher häufig ein schrittweises Ausschleichen empfohlen, um die Umstellung abzufedern. Ein abruptes Absetzen kann bei manchen Frauen zu einer raschen Rückkehr der Symptome führen. Welche Vorgehensweise sinnvoll ist, hängt von Dauer, Dosierung und individuellen Beschwerden ab und sollte ärztlich begleitet werden.
1. Ratgeber bioidentische Hormone
Sofern Sie noch Fragen zu bioidentischen Hormonen haben, empfehlen wir unseren Ratgeber zu „bioidentischen Hormonen“. Dieser Ratgeber von Frau Dr. Wilden und Yvonne Tuszing klärt Sie über alle offenen Fragen zu bioidentischen Hormonen auf.
2. Online Sprechstunde vereinbaren
Über unsere Webseite können Sie eine Online-Sprechstunde mit Frau Wilden vereinbaren. Sie können Ihren Termin auch online verwalten und bis zu 48 Stunden vor Terminbeginn wieder absagen. Wir bieten unsere Dienstleistung derzeit nur Selbstzahlern an. Für Bluttests arbeiten wir mit Ihrem Hausarzt oder Anbietern in Ihrer Region zusammen.
3. Die Video-Sprechstunde
Sie erhalten rechtzeitig vor der Sprechstunde einen Link per E-Mail und SMS. Mit diesem Link können Sie sich zur Videosprechstunde anmelden. Halten Sie sich 10 Minuten vor dem Termin bereit. Vergewissern Sie sich, dass der Akku Ihres Geräts vollständig aufgeladen ist. Überprüfen Sie die Internetverbindung, sowie die Mikrofon- und Kameraeinstellungen. Sie können auch Ihre medizinischen Unterlagen (z. B. Testergebnisse) vorbereiten. Eine Sprechstunde dauert zwischen 30 und 50 Minuten.



